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Interview mit Christoph Stang, Geschäftsleitung der CCLI Lizenzagentur

von CCLI

Dienstag, 30. September 2008

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Was ist CCLI Lizenzagentur und seit wann gibt es sie in Deutschland?
CCLI steht für Christian Copyright Licencing International. Wir sind eine international tätige Organisation, die sich seit vielen Jahren um Urheberrechtslizenzen für Lieder und Filme im kirchlichen Bereich kümmert. Wir haben in vielen Ländern eigenständige Niederlassungen und lizenzieren weltweit über 200.000 Kirchen und Gemeinden. Für den deutschsprachigen Raum haben wir im November 2006 ein Büro in Lüdenscheid, Nordrhein-Westfalen eröffnet.


Sie kümmern sich um Urheberrechtslizenzen. Sind Sie also eine Verwertungsgesellschaft?
Nein, das sind wir nicht und wollen wir auch nicht sein. Wir sind vielmehr eine Alternative. Mir ist klar, dass wir immer mit Verwertungsgesellschaften verglichen werden, weil man hierzulande bisher nichts anderes kannte. Wir sind eine privat organisierte Lizenzagentur und haben vertragliche Vereinbarungen mit den Verlagen und Urhebern, welche uns die Rechte einräumen Lizenzen zu vergeben. Unterschiede gibt es nicht nur in Preis und Leistung der Lizenzen, sondern auch darin, dass wir eine christliche Organisation sind, die mit sehr klaren Prinzipien und Methoden ans Werk geht.


Damit ersetzen Sie auch die GEMA?
Nein, die GEMA nimmt andere Rechte wahr. Die GEMA vertritt die sogenannten Aufführungs- und mechanischen Vervielfältigungsrechte. Also immer wenn Lieder HÖRBAR gemacht werden ist dafür die GEMA zuständig. Wir vertreten die grafischen Vervielfältigungsrechte, wenn Lieder projiziert, fotokopiert oder abgedruckt werden. Also immer wenn Lieder SICHTBAR gemacht werden sind wir dran.


Urheberrecht ist für viele kein schönes Thema. Landläufig wird es entweder als Verbot oder Abzocke wahrgenommen.
Dass es als solches wahrgenommen wird hat mit der Umsetzung zu tun und damit wie man es den Menschen vermittelt. Das Urheberrecht ist eigentlich eine faire Gesetzgebung, denn es schützt und fördert die Interessen der Kreativen. Genau das wollen wir auch mit unserem Kirchenlizenzprogramm tun. Es ist eindeutig, dass man angehalten ist das Einverständnis des Eigentümers einzuholen und ihn zu vergüten, bevor man sein Werk in der Öffentlichkeit nutzt. Keiner von uns würde beim nächsten Gärtner einen Wagen voll Pflanzen mitgehen lassen, weil man damit den Gottesdienstraum schmücken will. Man geht hin, bezahlt den Eigentümer für die Ware und ist dann frei diese zu nutzen. Bei körperlichen Gegenständen ist das eine absolute Selbstverständlichkeit. Da Musik oder Filme nicht greifbar sind spricht man hier von „geistigem Eigentum“. Das Urheberrecht regelt im Prinzip nur, dass auch auf dieses geistige Eigentum ein Eigentumsrecht besteht und man doch bitteschön den Eigentümer fragen und gegebenenfalls angemessen vergüten soll, bevor man sein Werk nutzen will.
Wir sehen das Thema jedoch auch von einer biblischen Perspektive, wo der „Levit“, also die Kreativen der Urzeit, vom Volk grundversorgt wurden, damit sie ihren Dienst im Tempel tun konnten.
Das Urheberrecht ist also eine gute Sache, wenn es richtig umgesetzt wird. Wir versuchen den Gemeinden zu vermitteln, dass man mit unserem Lizenzprogramm weder etwas verbieten, noch jemanden abzocken will, sondern dass es darum geht unsere christlichen Künstler angemessen zu unterstützen. Schließlich singen wir Sonntag für Sonntag ihre Lieder in unseren Gottesdiensten. Wenn man diese Sichtart der Dinge erklärt wird das immer positiv aufgenommen.


Dann sagen Sie mal in kurzen Worten wie das mit den Lizenzen funktioniert.
Es ist ein sehr einfaches System. Wir sind quasi eine Art Sammelstelle für die Rechteinhaber von Liedern und Filmen. Die Rechteinhaber (Verlage und Urheber/Liedschreiber) haben uns vertraglich damit beauftragt, die Rechte für die öffentliche Nutzung ihrer Werke den Kirchen und Gemeinden gegenüber wahrzunehmen. Wir bündeln diese Werke unter einer Lizenz, die Gemeinde kauft diese Lizenz und erwirbt sich damit das Einverständnis des Eigentümers seine Werke öffentlich nutzen zu dürfen. Wir verteilen dann die eingenommen Lizenzgebühren an die Rechteinhaber. Es ist also ein einfaches aber faires Verteilersystem.



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